BoJack Horseman

„BoJack Horseman“: 9 Szenen, die uns in Staffel 5 das Herz gebrochen haben (mal wieder)

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Das depressive Pferd ist zurück! Die 5. Staffel „BoJack Horseman“ sorgt nicht nur für neue Lacher, sondern auch für viele kleine Existenzkrisen bei den Zuschauern. Wir haben neun Momente für euch festgehalten, die einen nach Luft schnappen lassen und unter einer Gefühlswelle begraben.

Der amerikanische Streaming-Riese Netflix hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Eigenproduktionen auf den Markt geworfen. Einige davon haben breite Fangemeinden gewonnen (z.B. „Stranger Things“), andere für viel Ärger gesorgt (z.B. „Insatiable“) und wiederum andere gingen einfach komplett unter (z.B. „Marco Polo“). Die Liste der Netflix-Serien wird mit jeder Woche länger, doch wenn wir ehrlich sind, ist keine Show so genial, so ehrlich und so unfassbar schmerzhaft, wie „BoJack Horseman“. Am 14. September startete die mittlerweile 5. Staffel um ein Pferd, das nach seinem Ruhm in den 90ern mit den eigenen Dämonen kämpft. Eingefleischte Fans wissen, dass ein Wiedersehen mit BoJack immer schmerzhaft wird. Die emotionalsten Momente der 5. Staffel haben wir hier für euch zusammengefasst. Vorsicht: SPOILER zur kompletten 5. Staffel!

1. Dianes Reise nach Vietnam

Die Scheidung von Diane und Mr. Peanutbutter ist offiziell. Und obwohl es für beide wohl die beste Entscheidung ist, sehen wir, wie vor allem Diane unter der Trennung leidet. Mr. Peanutbutter tröstet sich in der Zwischenzeit mit seiner neuen Freundin, Kellnerin Pickles. Diane flieht in der 2. Episode „Die Hundstage sind vorbei“ (im Original: „The Dog Days Are Over“) nach Vietnam, um auf andere Gedanken zu kommen. Erst vor Ort wird ihr bewusst, dass es kein Entkommen vor ihrem Schmerz gibt und dass sie keine richtige Verbindung zu ihrem Herkunftsland hat. Am Ende bleibt sie doch einfach eine amerikanische Touristin, die sich eingestehen muss, dass sich Trauer nicht dadurch abschütteln lässt, indem man in ein Flugzeug steigt. Für GirlCroosh verpackt sie ihre Erfahrung in einen Artikel mit dem Titel „10 Gründe nach Vietnam zu reisen“. Doch nach ihrer Reise stellt Diane fest, dass die Reise nichts gebracht hat. „Eigentlich fühlst du dich noch mehr alleine, als vor deiner Abreise. Trotzdem … du überlebst es. Du lernst, dass du auch allein überleben kannst.“ Eine Episode, die allen Fans nahe gehen dürfte, die selbst auf eine schmerzhafte Trennung zurückblicken können oder sogar mittendrin stecken.

2. Gina gibt ihren Traum auf

„Brooklyn 99“-Star Stephanie Beatriz lieh einem neuen Charakter in der 5. Staffel „BoJack Horseman“ ihre Stimme: Gina Cazador, BoJacks Co-Star in der Serie „Philbert“. Wir lernen sie als knallharte Frau kennen, die aber einen ziemlich weichen Kern hat. BoJack findet in „Geplante Überalterung“ (Folge 3) heraus, dass Gina eine Schwäche für Musicals hat. Vor allem eines hat es ihr angetan und sie hört es in jeder Minute, in der die beiden nicht gemeinsam vor der Kamera stehen: „Ein Körnchen Wahrheit“. Gina verbindet damit besondere Kindheitserinnerungen und träumt seitdem, eines Tages auf dem Broadway aufzutreten. BoJack erzählt es Flip, um Gina die Möglichkeit zu geben, vielleicht in einer Episode von „Philbert“ zu singen. Und nachdem er ihr gut zuredet, glaubt sie daran und freut sich, die Chance zu bekommen, ihren Traum umzusetzen. Doch das Vorsingen läuft nicht gut. Sie kann Flip und Prinzessin Carolyn nicht überzeugen und verlässt das Vorsingen mit Tränen in den Augen. Das nächste Mal, als wir sie sehen, erzählt sie BoJack, dass sie ihren Kindheitstraum begraben hat und sie sich somit für immer von einer Sache in ihrem Leben getrennt hat, das sie bisher glücklich gemacht hat. Die Kopfhörer verschwinden, das Musical verstummt.

Photo Credit: Netflix

3. Prinzessin Carolyns Jugend

In der 5. Staffel erhalten wir einen ausführlichen Einblick in die Vergangenheit von Prinzessin Carolyn, als diese in ihre Heimat zurückkehrt. In „Die Geschichte von Amelia Earhart“ erfahren wir, dass sie schon sehr früh selbstständig werden musste, um eine Stütze für ihre Mutter zu sein. Carolyn stammt aus keinem reichen Elternhaus und musste sich ihr aktuelles Ansehen und ihren guten Ruf schwer erarbeiten. Für einen kurzen Moment sah es jedoch so aus, als ob sie ihr kleines Happy End bekommt: als junge Frau verliebt sie sich in Cooper, den Sohn einer reichen Familie, für die ihre Mutter (und somit auch Carolyn) putzt. Carolyn wird schwanger und ihr Glück scheint perfekt, als man ihr eine Heirat und ein besseres Leben versichert. Träume, die sich in Luft auflösen, als Carolyn schließlich das Kind verliert. Von ihrer Mutter erhält sie keinen Trost, sondern nur Tadel. „Fehlgeburten passieren nicht einfach so. Das war unser Freiticket. Das Baby hätte alles für uns verändert“, zetert ihre trinkende Mutter. Und Carolyn? Die entschuldigt sich unter Tränen bei ihrer Mutter für die Fehlgeburt.

Photo Credit: Netflix

4. „I see you“

Die Fans sind sich womöglich einig: „Free Churro“ („Kostenloser Churro“, Episode 5) ist vermutlich eine der besten Folgen der kompletten Serie und das Highlight der 5. Staffel. Eine komplette Folge lang sehen wir nur BoJack, der eine Grabrede über seine verstorbene Mutter hält – eine sehr ehrliche Rede. Es gibt einen Moment, der besonders tragisch ist: BoJack spricht darüber, dass die letzten Worte seiner Mutter an ihn „I see you“ („Ich sehe dich“) waren. In all den Jahren hat sie ihm nie Liebe gezeigt oder ihn wertgeschätzt. Es sah ganz danach aus, als ob sich das in den letzten Minuten ihres Lebens geändert hatte und sie ihn das erste Mal richtig wahrgenommen hat. Denken die Zuschauer zumindest und auch BoJack. Bevor ihm bewusst wird, dass seine demente Mutter nur „ICU“ – die englische Abkürzung für die Intensivstation, auf der sie sich befunden haben – auf einem Schild laut vorgelesen hat. Es bricht einem das Herz, zu sehen, wie BoJack selbst dieser kleine Funke möglicher Liebe wieder entrissen wird. (In der deutschen Übersetzung klappt die Verwechslung mit „I see you“ und „ICU“ nicht wirklich. Wer die Serie nicht im Original guckt, sollte das für die 5. Folge definitiv noch einmal nachholen.)

5. BoJack beschreibt das Verhältnis zu seinen Eltern

In der Rede blickt BoJack ehrlich und unbarmherzig auf das Leben seiner Mutter zurück und verliert dabei auch einige Worte über seinen Vater, den wir in der Eröffnungsszene sehen. Beide Elternteile haben ihn nie wirklich geliebt und ihn das auch jederzeit spüren lassen. BoJack erinnert sich daran, dass es sich stets so angefühlt habe, als ob sie alle ertrinken würden und niemand dem jeweils anderen zur Hilfe kommt. Es ist jedoch eine andere Passage, die zahlreiche Zuschauer eiskalt erwischt hat und Fans zu Tränen rührt, die selbst ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern oder einem Elternteil haben: BoJack spricht über diese kleine Hoffnung, dass es doch noch besser werden könnte. Eine Hoffnung, die erst dann stirbt, wenn auch die Eltern sterben/das Elternteil stirbt. „Es wird einem klar, dass man nie das gute Verhältnis haben wird, das man wollte. Und solange sie lebten – auch wenn man’s nicht zugeben will – hat sich ein Teil von dir, der dümmste gottverdammte Teil von dir, immer noch an diese kleine Chance geklammert. Und das war dir nicht mal klar, bis es diese Chance nicht mehr gab.“ Hat jemand ein Taschentuch für mich?

Photo Credit: Netflix

6. Hollyhocks Rückkehr

Wenn wir einen Charakter in der 5. Staffel „BoJack Horseman“ gerne häufiger gesehen hätten, dann Hollyhock Manheim-Mannheim-Guerrero-Robinson-Zilberschlag-Hsung-Fonzerelli-McQuack. Zu Beginn der neuen Episoden erfahren wir, dass sie jeden Sonntag mit BoJack telefoniert (aww), ein richtiges Comeback feiert sie jedoch erst in der 9. Episode „Längst Geschichte“. Doch es ist eine alles andere als schöne Rückkehr in BoJacks Haus, in dem sie in der 4. Staffel viel Zeit verbracht hat. Hollyhock leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Sie hat noch nicht verarbeitet, was ihr in der letzten Staffel widerfahren ist, als es zu einer Überdosis durch ein Abnehmmittel kam. Der Vorfall hat tiefe Spuren bei ihr hinterlassen und als sie in BoJacks Hand Pillen entdeckt, hat sie sofort Angst und fühlt sich bedroht.

Photo Credit: Netflix

7. BoJacks Tablettensucht

Apropos Tabletten … spätestens in eben dieser Folge dürfte mehr als deutlich werden, dass BoJack seit seinem Stunt-Unfall ein ernstes Problem entwickelt hat und von Schmerztabletten abhängig ist. Hollyhock vernichtet seinen Vorrat und will ihm damit helfen. Was folgt, ist eine wahnsinnige Fahrt durch Hollywoo, auf der verzweifelten Suche nach Nachschub. Die Episode endet damit, dass ein nervöser BoJack, der erste Entzugserscheinungen zeigt, absichtlich mit dem Auto in den Verkehr rast und einen Unfall provoziert. Er nimmt seinen eigenen Tod oder den von anderen Verkehrsteilnehmern in Kauf, nur um im Krankenhaus zu landen und auf diese Art und Weise erneut Schmerzmittel zu bekommen. Hier und da hatte man wirklich die Hoffnung, dass sich BoJacks Verhalten in der 5. Staffel ändert und er – dank dem Erfolg von „Philbert“ und seiner Beziehung zu Gina – endlich die Kurve bekommt. Doch er stürzt ein weiteres Mal ab.

Photo Credit: Netflix

8. „Don’t Stop Dancing“

In der 11. Episode „Die Serie muss enden“ gibt es dann doch noch die Musical-Einlage mit Gina – wenn auch nur in BoJacks Vorstellung. Seine Tablettensucht hat den Höhepunkt erreicht und er phantasiert eine Showeinlage, in der Gina über BoJacks Leben als Star singt. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf Schlüsselmomente aus vergangenen Staffeln. So entführt uns eine singende Gina beispielsweise in das Planetarium, in dem Sarah Lynn an BoJacks Seite gestorben ist. In einer Szene ist die Sängerin von einer Gruppe von Schauspielerin umgeben, die all jene Menschen darstellen, die BoJack im Laufe seines Lebens verletzt hat. Unter ihnen ist auch ein Sarah-Lynn-Double, das Gina mit den Worten „Und wenn du gehst, dann sind die Leute froh“ zum Tanz auffordert. Worte, die an BoJack gerichtet sind, aber dass sie bei dieser Zeile ausgerechnet Sarah Lynn ausgewählt hat, geht vielen Fans sehr nahe. (In „Free Churro“ gibt es eine kleine Szene, in der BoJack sie ebenfalls erwähnt, aber es nicht schafft, laut aussprechen, dass sie tot ist. Ein Zeichen, dass ihr Tod ihn noch immer quält.)

9. Der Vorfall mit Gina

Fünf Jahre lang begleiten wir nun schon die Höhen und Tiefen von BoJack Horseman. Bei dem einen oder anderen Skandal haben wir ein Auge zugedrückt – das war aber in der 5. Staffel nicht möglich. In der 11. Episode nimmt BoJacks Sucht Oberhand. Bei den Dreharbeiten zur 2. Staffel „Philbert“ verschwimmt für ihn Realität und Fiktion immer mehr. Der tragische Höhepunkt: BoJack würgt Gina in einer Szene. Mit wutentbranntem Gesicht – so haben wir ihn noch nie gesehen – drückt er immer fester zu und scheint bereit zu sein, sie zu töten. Die „Philbert“-Crew greift in letzter Sekunde ein und kommt Gina zur Hilfe. Doch es ist nicht nur dieser Moment, der Zuschauer mitnimmt, sondern auch Ginas anschließendes Verhalten. Obwohl sie ihn öffentlich und berechtigt an den Pranger stellen könnte und er das sogar möchte, entscheidet sich dazu, zu schweigen. Nicht, um ihn zu schützen, sondern um ihre Karriere nicht zu gefährden. Vor einem Interview, in dem Gina den Zwischenfall öffentlich dementiert, sagt sie zu ihm: „Die Menschen kennen mich wegen meiner Schauspielerei. Und das alles wird im Winde verwehen, weil ich nun das Mädchen bin, das BoJack gewürgt hat. Ich will nicht, dass du das Bemerkenswerteste bist, das mir je passiert ist. Ich will nicht in Interviews ständig nach dir gefragt werden, für den Rest meines Lebens. (…) Ich will nur, dass es vorbei ist.“

Vom Land in die Stadt: Geboren in einer kleinen Stadt im Bayerischen Wald, hat es Julia dank des Studiums der Sozialwissenschaften nach Augsburg verschlagen. Seitdem lernt sie leidenschaftlich gerne neue Serien kennen und sucht sich immer die tragischsten OTPs aus.

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