"Chernobyl": Showrunner erklärt den Mangel an Akzenten

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Wer "Chernobyl" im Originalton sieht, dürfte sich bereits gewundert haben, wieso die Darsteller weder einen russischen, noch einen ukrainischen Akzent haben, sondern im besten "Downton Abbey"-Englisch sprechen. Showrunner Craig Mazin erklärt diese Entscheidung im offiziellen Podcast zur HBO-Serie.

HBO hat nach "Game of Thrones" die nächste Serie an den Start gebracht, die für Gesprächsstoff sorgt: "Chernobyl", eine aufwühlende Miniserie, die sich mit der tragischen Nuklearkatastrophe aus dem Jahr 1986 auseinandersetzt. Zahlreiche Charaktere basieren auf tatsächlich existierenden Personen, die in der Ukraine oder Russland gelebt haben. In der Serie selbst hört man ihnen deren Herkunft jedoch nicht an. In den sozialen Medien haben zahlreiche Fans ihre Verwunderung zum Ausdruck gebracht, wieso keine der Figuren einen russischen oder ungarischen Akzent besitzen. Stattdessen überraschen Figuren wie Ulana Khomyuk (Emily Watson) mit einem britischen Akzent, der eher Erinnerungen an "Downton Abbey" weckt, statt an Tschernobyl. Showrunner Craig Mazin hat in einem offiziellen Podcast erklärt, wieso er sich dagegen entschieden hat, dass sich seine Darsteller verstellen.

Kein Klischee-Akzent

"Die Entscheidung, keine russischen Akzente zu verwenden, war eine große Entscheidung, die wir sehr früh getroffen haben", verrät Mazin. Er habe sich dagegen entschieden, dass die zum Großteil britischen Schauspieler mit einem "klischeehaften 'Boris und Natasha'-Akzent" vor die Kamera treten. Bemühungen, einen russischen Akzent zu spielen, können sehr schnell nach hinten losgehen und unfreiwillig komisch werden, deswegen wollte man sich dem Thema sehr vorsichtig annähern. Mazin entschied sich dazu, dass die Darsteller stattdessen zu Beginn "diese vagen, osteuropäischen Akzente" einfließen lassen, "nicht wirklich stark, aber wahrnehmbar". Nach ein paar Vorsprechen habe er diesen Gedanken aber auch wieder verworfen und lieber auf die natürlichen Akzente seiner Darsteller gesetzt.

"Game of Thrones" als Vorbild

Für seinen Entschluss, die natürlichen Akzente zu nutzen, nannte Mazin unter anderem "Game of Thrones" und die HBO-Miniserie "Citizen X" als Vorbilder und weitere Beispiele. "Ich hoffe, dass die Akzent-Sache in Sekundenschnelle verschwindet und man sich nicht länger darum kümmert. Letztendlich ist der Akzent einer Person völlig irrelevant für das, was vor sich geht (...)", so Mazin im offiziellen "Chernobyl"-Podcast.

"Chernobyl" läuft aktuell immer dienstags um 20.15 Uhr auf Sky Atlantic HD und steht zusätzlich auf Sky Ticket, Sky Go und Sky On Demand zur Verfügung.

Autor:

Julia Schmid

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