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„Westworld“ liefert mit „Kiksuya“ die beste Episode der 2. Staffel

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Mit der 8. Episode „Kiksuya“ legt die HBO-Serie „Westworld“ die vielleicht beste und emotionalste Episode der aktuellen Staffel hin. Es ist eine tragische Liebesgeschichte, die ganz ohne vielerlei Worte auskommt und dank der schauspielerischen Leistung von Zahn McClarnon ein kleines Meisterwerk geworden ist.

Ein verkannter Held bekommt in „Westworld“ endlich die Chance, seine eigene Geschichte zu erzählen. Die 8. Episode „Kiksuya“ liefert das, was wir alle insgeheim schon lange wollten: ein Einblick in die Ghost Nation, die sich in der 2. Staffel nicht an dem Gemetzel an den menschlichen Gästen beteiligt hat. Angeführt wird die Ghost Nation von Akecheta (Zahn McClarnon), den wir im Laufe der Serie immer mal wieder zu Gesicht bekommen haben, doch bisher spielte er hauptsächlich den wortlosen Barbaren, der Maeve (Thandie Newton) und ihre Tochter terrorisierte. In Wahrheit verfolgte Akecheta jedoch ein ganz anderes Ziel, wie er Maeves Tochter anvertraut. Er gewährt ihr einen Blick in seine Lebensgeschichte und wie er zum ersten Host wurde, der ein Bewusstsein erlangte – lange Zeit vor Dolores (Evan Rachel Wood).

Ein neues Leben, doch die Erinnerung bleibt

Akecheta führte einst ein normales Leben mit seiner Frau Kohana (Julia Jones), bis die Programmierer andere Pläne für ihn hatten. Um ihn zu einem besseren Gegner für die Besucher zu machen, wurde er aggressiver gestaltet und zog fortan mordend mit seinen Männern durch die Wüste. Kohana war plötzlich nicht mehr seine Frau und nicht länger Teil seiner Geschichte. Doch als er sie das erste Mal nach seiner Umprogrammierung sieht, erinnert sich Akecheta plötzlich an sein früheres Leben. Und daran, dass er einst nicht mordend durchs Land zog, sondern mit seiner Frau ein glückliches Leben führte. Akecheta entschließt sich dazu, Kohana in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu entführen. Da sie sich nicht an ihren Mann aus einem anderen Leben erinnern kann, fürchtet Kohana um ihr Leben.

Ein Strich durch die Rechnung

Erst nachdem die beiden eine weite Strecke zurückgelegt haben und sich ihr Akecheta friedlich gesinnt zeigt, erkennt sie, wer der Mann vor ihr wirklich ist. Gemeinsam wollen sie sich auf die Suche nach einem Tor machen, das in eine andere Welt führt. Akecheta hat es mit eigenen Augen gesehen. Doch als er mit seiner Frau an der besagten Stelle ankommt, finden sich dort nicht länger Fords riesige Krater, sondern nur weites Land, das sich vom Rest nicht unterscheidet. Die Flucht der beiden bleibt nicht lange unbemerkt: Kohana wird von Mitarbeitern eingesammelt und Akecheta muss hilflos mitansehen, wie ihm seine Frau erneut genommen wird. Doch da ist ein kleiner Hoffnungsschimmer: Am nächsten Tag wird sie womöglich wieder mit leergefegten Erinnerungen ihre Rolle im Stamm einnehmen und er muss sie einfach nur noch ein weiteres Mal zum Erinnern bewegen. Doch es kommt anders.

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Orpheus auf der Suche nach Eurydike

Als Akecheta am nächsten Abend zurückkehrt, ist Kohana verschwunden und durch einen anderen Host ausgetauscht worden. Sie ist nicht die einzige Figur, die im Laufe der Jahre ersetzt wird. Akecheta und Wichapi (Irene Bedard) beobachten besorgt, wie um sie herum immer mehr Geister die Plätze ihrer Liebsten einnehmen – vermutlich die Geburtsstunde des Namens „Ghost Nation“. Doch Akecheta gibt sich nicht zufrieden. Er setzte seine Suche nach der richtigen Kohana fort, kann sie aber nirgendwo in Westworld finden. Wie Orpheus begibt er sich in die Unterwelt, um seine geliebte Eurydike zurückzuholen: Das erste Mal seit zehn Jahren stirbt Akecheta und kommt in der Mesa zu sich. Als die Mitarbeiter ihn alleine lassen, damit er ein Update erhalten kann, wandert Akecheta zu einem Orchester-Cover von Nirvanas „Heart Shaped Box“ durch die gläsernen Gänge, bis er im Untergeschoss angelangt. Es ist bittersüßer Moment, bei dem einem das Herz schwer wird.

Photo Credit: Courtesy of HBO

Eine andere Welt

Akecheta findet seine Kohana, doch sie ist nur noch eine leere Hülle, die abgestellt wurde. Unter den zurückgestellten Hosts entdeckt er auch den Sohn von Wichapi. Schweren Herzens lässt Akecheta sie zurück. Als Zuschauer leidet man ihm mit. Zahn McClarnons Darbietung in diesem Moment – in dieser kompletten Folge, die er ganz alleine trägt – ist so überragend, dass man Nolan und Joy am liebsten fragen möchte, wieso sie uns Akecheta in der kompletten 1. Staffel „Westworld“ vorenthalten haben. Als Akecheta in seine Welt zurückkehrt, arbeitet er einmal mehr daran, dass seine Leute sich des Symbols von Arnolds Holzlabyrinth bewusst werden und sich mit ihm gemeinsam auf die andere Welt vorbereiten.

Akecheta trifft auf Ford

Schließlich kommt es zu einer Begegnung zwischen Akecheta und Ford, der fasziniert von dem Anführer des Indianerstammes ist. Statt ihn umzuprogrammieren, bittet der Schöpfer von „Westworld“ den ruhigen Krieger, mehr von seinen Leuten die Wahrheit anzuvertrauen und sie auf die Welt vorzubereiten, die dort draußen auf sie wartet. Doch Akecheta will nicht nur seine eigenen Leute einweihen, sondern auch Maeve und ihre Tochter, auf die er sein schützendes Auge gelegt hat. Doch Maeve hat das Verhalten von Akecheta in all den Jahren falsch gedeutet und ihn als Feind angesehen, obwohl er in Wahrheit ihr Freund und Beschützer war. Die Wahrheit erfährt die schwer verletzte Maeve schließlich durch die Augen ihrer Tochter, die sie aus der Mesa heraus steuert. Akecheta hat seine Geschichte daher nicht Maeves Tochter erzählt, sondern Maeve.

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Logan setzt Akecheta einen Floh ins Ohr

Zu Beginn der Folge gibt es sogar ein kleines Wiedersehen mit Logan (Ben Barnes), der in der 1. Staffel „Westworld“ von William (Jimmi Simpson) nackt in die Wüste geschickt wurde. Endlich erfahren wir, wie diese Geschichte ausging: Der nackte Logan, wirr durch die Hitze und die Sonne, konnte sich unter einem Baum retten, wo er auf seine Rettung wartete. Bevor er jedoch von seinen eigenen Leuten gefunden wurde, begegnete er Akecheta. Logan half dabei, dass der Indianerkrieger seine Existenz hinterfragte, indem er ihm immer und immer wieder sagte, dass Westworld nur eine Illusion ist. Logans Comeback war nur sehr kurz, hat aber dabei geholfen, Akechetas freies Bewusstsein voranzutreiben.

Westworlds heimliches Kleinod

Die Fans sind begeistert von der jüngsten Episoden – und das, obwohl sich diese fast ausschließlich um einen einzigen Charakter dreht, der bisher noch nie zu Wort gekommen ist. Auf „IMDb“ ist „Kiksuya“ die bisher am besten bewertete Episode der 2. Staffel und hat es, mit Blick auf alle bisher erschienenen Episoden, in die Top 3 von „Westworld“ geschafft. In den sozialen Medien loben die Zuschauer nicht nur Schauspieler Zahn McClarnon, sondern auch Regisseurin Uta Briesewitz, der wir diese Episode verdanken. „Kiksuya“ ist eine erfrischende Abwechslung im Vergleich zur bisherigen 2. Staffel, die sehr auf Maeve und Dolores gesetzt hat, aber vor allem ein emotionales Kleinod, das einem auch dann noch begleitet, wenn die Credits längst auf dem Bildschirm verblasst sind.

Die jüngste Episode von „Westworld“, sowie die komplette 2. Staffel, könnt ihr in Deutschland auf Sky (u.a. Sky On Demand und Sky Ticket) sehen.

Das sagen die deutschen Fans zu „Kiksuya“ (2×08)

Vom Land in die Stadt: Geboren in einer kleinen Stadt im Bayerischen Wald, hat es Julia dank des Studiums der Sozialwissenschaften nach Augsburg verschlagen. Seitdem lernt sie leidenschaftlich gerne neue Serien kennen und sucht sich immer die tragischsten OTPs aus.

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