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„Victoria“: Die Liebeswirren einer jungen Königin

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In der BBC-Serie „Victoria“ haucht Jenna Coleman der legendären Königin von England neues Leben ein. Über Nacht wird die junge Frau zum Oberhaupt von Großbritannien. Nicht alle gönnen ihr den Platz auf dem Thron. Victoria muss nicht nur um ihre Position, sondern auch um das Wohlwollen des Volkes fürchten. Denn die sehen die stürmischen Gefühle für den geschiedenen Lord Melbourne alles andere als gerne.

Wer bereits einmal in London war, dürfte mehr als einmal über die Namen von Königin Victoria und Prinz Albert gestolpert sein. Die Liebesgeschichte der beiden ist längst legendär und bot bereits mehrfach Stoff für Kinofilme und Romane. Doch vor Albert gab es einen anderen Mann, der den Kopf der jungen Monarchin verdrehte. Noch bevor Victoria den Beinamen „Großmutter Europas“ erhielt und zu dem Oberhaupt wurde, als das sie in die Geschichte einging, war sie vor allem eines: eine junge Frau, die über Nacht zur Königin wurde.

Königin über Nacht

Die achtteilige BBC-Serie „Victoria“, die hierzulande von Edel:Motion vertrieben wird, lenkt den Fokus auf genau diesen Zeitpunkt. Wir lernen die junge Victoria nicht als geübte Strategien an der Spitze der Macht kennen, sondern als 18-Jährige, die sich nach dem Tod ihres Onkel auf dem Thron wiederfindet. Ohne jegliche Bemühungen hat sie erhalten, was viele begehrt haben: Macht. Es dauert nicht lange, bis die ersten Neider auftauchen. Doch Missgunst in solchen Kreisen kann für eine Königin schnell lebensgefährlich werden.

Zarte Gefühle

Um den Anforderungen gerecht zu werden und ihre Kritiker in die Schranken zu weisen, holt sich Victoria (Jenna Coleman, „Doctor Who“) Unterstützung von Premierminister Lord Melbourne (Rufus Sewell, „The Man In The High Castle“). Denn sie ist sich bewusst, dass ihr an Erfahrung mangelt, die der wesentlich ältere Melbourne besitzt. Schnell wird er zum Mentor und zur Vertrauensperson. Bei Auftritten gibt er die Sicherheit, die sie jetzt so dringend braucht. Oder ist da vielleicht mehr? Victoria, gefangen in ihrem goldenen Käfig, entwickelt Gefühle für Lord Melbourne. Dass das kein Happy End nehmen kann, weiß vermutlich jeder, der mit der Geschichte der englischen Königin vertraut ist.


Photo Credit: © EDEL

Ein deutscher Prinz

Am Ende kann nur ein Mann ihr Herz gewinnen: Der eher mürrisch wirkende Prinz Albert (Tom Hughes, „Alles eine Frage der Zeit“), Cousin von Victoria aus Coburg, reist gemeinsam mit seinem Bruder Prinz Ernst (David Oakes, „The White Queen“) an, um die Gunst der jungen Königin zu gewinnen. Das nutzen Victorias Kritiker schamlos aus, um Stimmung im Volk zu machen. Aus Angst, dass am Ende ein Deutscher – und dann noch einer, der so steif wie Albert ist – zu viel Macht an sich reiße. Das sorgt auch für Spannungen zwischen Victoria und Albert, die sich immer näher kommen.

Für Fans von „Downton Abbey“ und „The Crown“

Die aufwändig inszenierte Drama-Serie „Victoria“ widmet sich den ersten Jahren in Victorias Leben als Königin. Von ihrer Thronbesteigung, über ihre stürmischen Gefühle für Lord Melbourne, bis hin zur Heirat mit Prinz Albert und der kurz darauf folgenden Schwangerschaft, die vor allem für Victoria zur Herausforderung wird. Fans von Serien wie „Downton Abbey“ und „The Crown“ haben hier würdigen Serien-Nachschub gefunden, um ein weiteres Mal in die gehobenen Kreise Englands eintauchen zu können.

Rufus Sewell verzückt die Fans

Fast hofft man, dass die Serie von den geschichtlichen Ereignissen abweicht, denn die Chemie zwischen Jenna Coleman und Rufus Sewell lässt hoffnungslose Romantiker mit Sicherheit ein paar Mal atemlos zurück. Auch britische Fans, welche die Serie Ende 2016 bei der UK-Premiere gesehen haben, waren hin und weg von Sewell als Objekt der Begierde einer jungen Königin, die vermutlich viele Männer hätte haben können, aber ausgerechnet den Falschen begehrte. „Victoria“ hinterlässt vor allem dann ein angenehmes Kribbeln, wenn die beiden eine gemeinsame Szene haben.

Der Beginn einer legendären Liebesgeschichte

In der zweiten Hälfte der britischen Serie muss Sewell jedoch Platz für Tom Hughes machen. Der gibt den steifen, schüchternen Albert, der vor allem im ersten Moment ein bisschen blass und langweilig wird – immerhin trauert man noch ein kleines bisschen Lord Melbourne nach, aber die Geschichte Englands hat uns längst gespoilert und verraten, dass Albert das Herz und die Hand von Victoria gewinnt. Obwohl die beiden als eines der größten Liebespaare der englischen Geschichte gilt, fehlt zumindest vor der Kamera das Knistern, das man bei Lord Melbourne und Victoria erlebt hat. Kein Wunder: Rufus Sewell alias Lord Melbourne hat große Fußspuren hinterlassen. Doch was nicht ist, kann noch werden. Immerhin ist das erst der Anfang ihrer Liebesgeschichte und Staffel 1 konnte lediglich das erste Ehejahr thematisieren.

Photo Credit: © Edel

Königin und Ehefrau

Während sich die erste Hälfte hauptsächlich auf die Liebeswirren der jungen Königin konzentrierte, erleben wir in der zweiten Hälfte nicht nur das erste Ehejahr von Prinz Albert und Königin Victoria, sondern auch ihre Bemühungen, eine gute und zeitgemäße Monarchin für ihr Land zu sein. Denn Victoria muss sich nicht nur mit ihrer ersten Schwangerschaft und einem ersten Aufstand auseinandersetzen, sondern auch mit einem Mann, der mit seiner Position unzufrieden ist. Ähnliches konnte man zuletzt auch in der Netflix-Serie „The Crown“ sehen: Die Unzufriedenheit, wenn die eigene Frau plötzlich auch die Königin ist und man selbst in ihren Schatten verbannt wird.

Vom Teenager zur Anführerin

Jenna Coleman, die viele als „Doctor Who“-Companion Daisy Oswald kennen dürften, überzeugt mit der Veränderung, die sie als Königin Victoria innerhalb von acht Episoden an den Tag legt: Aus dem unsicheren Teenager wird schließlich eine selbstbewusste Königin, die stets an das Wohl ihres Volkes denkt. Coleman ist wie geschaffen für dieses Serien-Genre und eine würdige Victoria, die sich keinesfalls vor Vorgängerin (u.a. Emily Blunt in „Young Victoria“) verstecken muss.

Victorias Tagebücher dienten als Vorlage

Was „Victoria“ besonders glänzen lässt und Serien wie „Reign“ mühelos in den Schatten stellt, ist die Authentizität. Daisy Goodwin, Schöpferin der Serie, hat die zahlreichen Tagebücher von Königin Victoria studiert und in ihr Drehbuch eingewebt. Schöner kann Geschichtsunterricht kaum sein! Aktuell arbeitet Goodwin bereits am Drehbuch für die 2. Staffel, die voraussichtlich Ende 2017 im britischen Fernsehen ausgestrahlt wird. Nachdem die ersten acht Episoden wie im Flug vergangen sind, können wir die Fortsetzung kaum erwarten. Eine absolute Empfehlung für alle Fans von Historienserien.

Ab heute im Handel

Die 1. Staffel „Victoria“ ist bei Edel:Motion erschienen und seit heute, den 31. März 2017, auf DVD, Deluxe-Edition (DVD) und Deluxe-Edition auf Blu-ray im Handel erhältlich. Außerdem läuft noch bis heute Abend unser Gewinnspiel, das von Edel:Motion gesponsert wurde und bei dem ihr die 1. Staffel auf Blu-ray und DVD gewinnen könnt. Viel Glück!

Deutscher Trailer zu „Victoria“

Victoria – Staffel 1|| Trailer deutsch

Vom Land in die Stadt: Geboren in einer kleinen Stadt im Bayerischen Wald, hat es Julia dank des Studiums der Sozialwissenschaften nach Augsburg verschlagen. Seitdem lernt sie leidenschaftlich gerne neue Serien kennen und sucht sich immer die tragischsten OTPs aus.

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