Game of Thrones

“Game of Thrones” Staffel 8: 13 Dinge, die im Finale gestört haben

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Das Serienfinale von “Game of Thrones” spaltet die Gemüter. Nicht alle haben das Ende erhalten, das sie sich gewünscht haben. Wir haben 13 Dinge zusammengefasst, die bei den Fans gar nicht gut ankommen und die den Spaß am Finale verdorben haben.

Vorsicht: Spoiler zu 8×06!

“Game of Thrones” ist vorbei und die Schlacht um den Eisernen Thron hat ein Ende gefunden. Acht Staffeln lang haben wir verfolgt, wie in Westeros der Kampf um die Herrschaft über alle Königsländer mit Schlachten und Intrigen geführt wurde, während sich im Norden ein übermächtiger Feind erhoben hat. Sechs Episoden lang nahmen sich David Benioff und D.B. Weiss Zeit, um das letzte Kapitel der “Das Lied von Eis und Feuer”-Verfilmung zu erzählen – zu wenig, finden zahlreiche Fans, die mit der 8. Staffel von “Game of Thrones” alles andere als glücklich sind. In den letzten Wochen wurde die Kritik immer lauter. Das Finale dürfte da noch mehr Öl ins Feuer der Kritiker gegossen haben. Wir haben 13 Dinge zusammengefasst, über die sich Fans nach dem Abschluss (berechtigt) aufregen.

1. Jons Herkunft spielte keine Rolle

Jahrelang rankten sich Theorien um die Herkunft von Jon Snow. “R+L=J” beschäftigte die Leser von George R. R. Martins viele Jahre vor dem Start der TV-Serie. Dort wurde letztendlich auch die wahre Herkunft von Neds vermeintlichen Bastard enthüllt, lange, bevor Martin es seinen Romanen offiziell bestätigten konnte. Ein Highlight für viele Fans, endlich Gewissheit zu haben und sogar in einer Flashback-Szene einen Blick auf Jons Eltern – Prinz Rhaegar Targaryen und Lyanna Stark – zu treffen. Dass Jon in Wahrheit zur Hälfte ein Targaryen ist, war die Enthüllung schlechthin. Doch letztendlich spielte sie in der 8. Staffel “Game of Thrones” keine entscheidende Rolle. Sie wurde lediglich als ein weiteres Mittel benutzt, um Daenerys zur “Mad Queen” zu machen. Varys starb, weil er die Wahrheit in die Welt hinausrief. Doch auch die Briefe, für die er den grausamen Feuertod fand, wurden nicht weiter thematisiert. Niemand scheint sich dafür zu interessieren, dass Jon einen Anspruch auf den (nicht mehr vorhandenen) Thron hat. Es wird kein einziges Wort darüber gewechselt. Nicht einmal bei der Ratssitzung, als die Adelshäuser nach einem neuen König Ausschau halten.

2. Daenerys’ unspektakulärer Untergang

Es hat sich bereits in der letzten Woche angekündigt, dass Daenerys die 8. Staffel “Game of Thrones” nicht überleben wird und Jon es sein muss, der ihrem Leben ein Ende setzt. Es war also keine allzu große Überraschung, als er sie nach einem Kuss erstach und damit Westeros von einer Tyrannin befreit hat. Nur irgendwie … wirklich mitgenommen hat einen dieser Moment auch nicht, oder? Die Szene, in der Ygritte in den Armen von Jon stirbt, wirkt im direkten Vergleich deutlich besser inszeniert und dramatischer, als der Tod von Daenerys. Sie war einer der wichtigsten Charaktere der TV-Serie und hat ein ähnlich unspektakuläres Ende erhalten, wie Cersei Lannister in der Vorwoche. Man hätte sehr viel mehr in diesem finalen Moment mit Dany machen können. Stellt euch nur einmal vor, wie im Hintergrund eine Acapella-Version von “Jenny of Oldstone” von Florence Welch eingespielt wird, während Jon und Daenerys noch ein, zwei Sätze austauschen, bevor Dany in seinen Armen stirbt. Ein fernes, tragisches And she never wanted to leave, never wanted to leave, das sich zu Jons Weinen gesellt. Es hätte so schön sein können.

3. Drogons Verhalten

Jon ersticht Daenerys und kurz darauf taucht Drogon im Thronsaal auf und – hallo “König der Löwen”-Flashbacks! – findet seine tote Mutter vor. Der Drache ist außer sich vor Trauer und Wut. Doch statt den Mann zu töten, der seine Mutter auf dem Gewissen hat, zerstört Drogon den Eisernen Thron. Drogon hat Jon nicht getötet, weil er auch ein Targaryen ist, rechtfertigen einige Fans sein Verhalten. Wer einen kurzen Blick in die Geschichte der Targaryen geworfen hat, weiß jedoch, dass die Drachen nicht davor zurückgeschreckt sind, Mitglieder aus dem Haus Targaryen zu töten und diese sehr wohl durch Feuer getötet werden können. Ein paar andere Fans berufen sich auf einen älteren Dialog aus der Serie, in dem erwähnt wird, dass Drachen die Menschen in Sachen Intelligenz übertreffen können. Demnach soll Drogon in diesem Moment erkannt haben, dass der Thron Schuld an Danys Tod hat. Hätte es ihn nie gegeben, wäre sie nie nach Westeros gekommen und die kleine, ungewöhnliche Familie – alleinerziehende Mutter mit drei Drachenkindern – hätte bis an ihr Ende glücklich auf einer fernen Insel leben können. Wenn der Drache so weit gedacht hat, wäre er wirklich ziemlich schlau. Schade, dass sich eine derartige Intelligenz in den letzten acht Jahren nicht gezeigt hat …

4. Cersei und Jaime hätten überleben können

Einer der emotionalsten Momente im Finale ist die Szene, in der Tyrion die Leichen seiner Geschwister findet, denen die Flucht aus dem Palast nicht rechtzeitig gelungen ist. Nur wenn man sich diese ganze Szene etwas genauer ansieht, hat man das Gefühl, dass die beiden problemlos hätten überleben können. Wie? Indem sie einfach einen Schritt zur Seite gemacht hätten. Nicht nur das: Die beiden sind nur unter einer sehr dünnen Schicht Geröll begraben, was irgendwie dem dramatischen Einsturz aus der fünften Folge widerspricht, wo es ganz danach aussah, als ob sie mindestens unter zwei Metern Gestein begraben werden.

5. Bran als neuer König

Er hätte der Lord von Winterfell werden sollen, doch Bran lehnte ab. Er sei weder Kind, noch Mann, noch Lord von Winterfell, sondern nur noch der Dreiäugige Rabe, bläute er seiner Familie mehrfach ein. So so. Kaum wird Bran die Krone angeboten, scheint er das aber vergessen zu haben. Er nimmt sie stolz und überglücklich an und wird somit zum neuen Herrscher über die Sechs Königslande. Da bekommt man als Zuschauer fast das Gefühl, dass er alles in den letzten Jahren perfide eingefädelt hat, um am Ende selbst auf dem Thron zu landen. Bran als König sorgt für viel Gesprächssstoff unter den Fans. Die Entscheidung des Rats hat vermutlich kein Zuschauer kommen sehen und wirklich glücklich ist niemand darüber. Die Fans hätten es anderen Charakteren gegönnt, unter anderem Arya Stark, die Westeros von dem Nachtkönig befreit hat. Ein kleines bisschen fühlt es sich so an, als ob Bran so gut wie nichts gemacht hat, aber mit dem Hauptgewinn belohnt wurde. Wie der Typ Mitschüler, der sich nicht am Gruppenreferat beteiligt, aber am Ende trotzdem mit der Bestnote bewertet wird, weil alle im Team die gleiche Note bekommen, stellen Fans in witzigen Memes fest.

6. Bronn bekommt einen Platz im Rat

… haben wir alle vergessen, dass er erst vor wenigen Folgen nach Winterfell kam, um Tyrion und Jaime zu töten? Und dieser Mann bekommt nicht nur einen Platz im Kleinen Rat, sondern wird auch noch Meister der Münze und ist zukünftig für die Finanzen zuständig? Das ergibt keinen Sinn, egal, wie man es drehen und wenden mag. Bronn hat sich in den letzten Jahren mehrfach als Verräter bewiesen. Er ist kein Charakter, den man zu einem Berater des Königs ernennen und befördern würde. Leiter von neuen Bordellen in Königsmund? Ja. Meister der Münze? Nein.

7. Samwell, Mädchen für alles

Die Showrunner scheinen sich nicht ganz einig gewesen zu sein, wie es mit Sawmwell weitergeht. Er schloss sich einst der Nachtwache an, womit er einen Eid auf Lebenszeit ablegte und auf Ehe, Familie und Besitz verzichtet hat. Das hat man über Board geworfen, als Sam die Beziehung mit Gilly einging. Es liegt nahe, dass er nach dem Krieg in die Fußstapfen seines Vaters getreten und der neue Lord von Haus Tarly geworden ist. So weit, so gut. Bei der Sitzung vom Kleinen Rat taucht Samwell aber plötzlich in der Kluft eines Maesters auf. Wie kann das sein? Es ist unmöglich, dass Sam so schnell seine Ausbildung abgeschlossen hat und sich den Gelehrten von Westeros angeschlossen hat. Nicht nur das: Maester leben im Zölibat, legen ihren Familiennamen ab und dürfen kein Land besitzen. Sollen wir wirklich glauben, dass Sam seine kleine Familie mit Gilly aufgegeben hat, um ein Maester zu werden?

8. Die Eiseninseln wollen keine Unabhängigkeit

Die Sieben Königslande sind Geschichte. Bran hat den Thron besiegen und Westeros ist nun in sechs Königslande unterteilt. Der Norden – auf Drängen von Sansa Stark – ist fortan unabhängig. Die Heimat der Starks wird von Sansa regiert, der neuen Königin im Norden. Die Gespräche dazu wurden vor den Großen Häusern der restlichen Königslande besprochen. Einige Fans wundern sich, dass die scheinbar kein Interesse an ihrer Unabhängigkeit haben, obwohl sie miterlebt haben, dass es potenziell möglich ist. Vor allem bei einer Kandidatin wirkt die Zurückhaltung alles andere als nachvollziehbar: Yara Graufreud (Greyjoy) hatte sich einst nur Daenerys angeschlossen, weil ihr dadurch die Unabhängigkeit der Eiseninseln zugesichert wurde. Das scheint sie – oder vielmehr die Showrunner – wohl vergessen zu haben, denn plötzlich interessiert es sie nicht länger.

9. Meister der Flüsterer

Im Kleinen Rat, den Beratern des Königs, bleiben einige Positionen frei. Bran hebt dabei vor allem den fehlenden Meister der Flüsterer hervor, der noch nicht gefunden wurde. Einige Fans haben sich hier berechtigt die Frage gestellt, wieso man diesen Posten überhaupt noch länger benötigt. Immerhin weiß Bran ja alles.

10. Jons Verbannung

Jon wurde verbannt, um Daenerys’ verbleibende Streitkräfte milde zu stimmen. Nur reisen die im Finale unter Leitung von Grauer Wurm ab und verlassen Westeros. Es erscheint unwahrscheinlich, dass sie jemals wieder zurückkehren werden. Die Starks hätten nur darauf warten müssen, bis die Schiffe am Horizont verschwinden und man hätte Jons Verbannung mit einem Augenzwinkern aufheben können. Grauer Wurm und seine Leute sind weg. Nachdem, was Daenerys in Königsmund angerichtet hat, wird keine einzige Seele in Westeros Groll gegenüber dem Mörder der Königin hegen und darauf bestehen, dass er eine Strafe erhält.

11. Sinn der Nachtwache

Jon muss Königsmund verlassen und schließt sich ein weiteres Mal der Nachtwache an. Doch welchen Zweck hat die Nachtwache jetzt überhaupt noch? Ihre Mitglieder mussten ursprünglich die Mauer verteidigen und die Sieben Königslande vor den Gefahren im Norden bewahren. Doch der Nachtkönig und die Weißen Wanderer sind besiegt, mit den Wildlingen hat man Frieden geschlossen und dann wäre da auch noch das riesige Loch in der Mauer. Aktuell scheint die Nachtwache wenig Nutzen zu haben und ausschließlich als Gefängnis im Norden zu fungieren. Die nächsten Jahrhunderte verbringt man möglicherweise damit, das Loch zu stopfen und die Mauer wieder aufzubauen. Danach bleiben ihnen nur noch Expeditionen in den tiefen Norden, bis sich auch die andere Seite der Mauer vollständig erschlossen haben.

12. Plastikflaschen in Westeros

Erst ein Kaffeebecher in Winterfell, jetzt eine Plastikflasche in Königsmund. Fans ist nicht entgangen, dass sich gleich zwei Flaschen in die Szene geschlichen haben, als die Adelshäuser über einen neuen König abstimmen. Offensichtlich hat HBO nicht aus der peinlichen Panne mit dem Starbucks-Becher gelernt. Wir hatten damit gerechnet, dass die Verantwortlichen nach dem Fauxpas die restlichen Episoden noch einmal ganz genau sichten, um derartige Fehler auszumerzen – falsch gedacht.

13. Screentime für die falschen Sachen

“Game of Thrones” beendete die Serie mit lediglich sechs Episoden in der 8. Staffel. Jede Minute Screentime ist somit wichtig und kostbar. Umso größer ist der Frust der Fans, dass die Showrunner Minuten für absolut unwichtige Szenen verschwenden. Dazu zählt nicht nur das weiße Pferd in der vorletzten Folge, sondern auch Tyrions Herumgerücke mit den Stühlen des Kleinen Rats im Finale. Verschwendete Zeit für einen unwichtigen Moment, die man besser dafür genutzt hätte, um die Charaktere bei der Ratssitzung vorzustellen – immerhin waren da einige unbekannte Gesichter dabei – oder zu zeigen, wie Jon gesteht, Dany getötet zu haben. Stattdessen hat man sich für einen Zeitsprung und Comedy-Momente entschieden, die man nicht zwingend im Finale gebraucht hätte.

Das Finale der 8. Staffel “Game of Thrones” läuft heute Abend um 20.15 Uhr auf Sky Atlantic HD und steht schon jetzt per Abruf auf Sky zur Verfügung.

Vom Land in die Stadt: Geboren in einer kleinen Stadt im Bayerischen Wald, hat es Julia dank des Studiums der Sozialwissenschaften nach Augsburg verschlagen. Seitdem lernt sie leidenschaftlich gerne neue Serien kennen und sucht sich immer die tragischsten OTPs aus.

1 Comment

  1. Markus

    22. Mai 2019, 16:25 at 16:25

    Wer eine solche Liste verfasst hat nichts vom Geschichtenerzählen verstanden. Es geht nicht darum, eine Serie so realistisch wie möglich zu Ende zu bringen und Erwartungen von Hardcore Fans zu erfüllen, sondern um Emotionen und einen Abschied von den Charakteren, die man so lange begleitet hat. Das haben viele bei Lost schon nicht verstanden.

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