"Lovecraft Country": Die schreckliche Wahrheit hinter den Sundown Towns

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"Lovecraft Country" entführt uns in eine abenteuerliche Welt mit allerlei fantastischen, furchtbaren Monstern. Die sind aber oftmals auch menschlich, wie Episode 1 beweist, in der viele Zuschauer zum ersten Mal von den sogenannten Sundown Towns erfahren.

Die neue HBO-Serie "Lovecraft Country" feierte nicht nur im amerikanischen Fernsehen ihre Premiere, sondern schaffte es auch nach Deutschland. Sky zeigt die Horrorserie parallel zur US-Ausstrahlung und befördert uns direkt in das Amerika der 50er-Jahre. Atticus (Jonathan Majors) macht sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater und wird auf seiner abenteuerlichen Reise von seinem Onkel George (Courtney B. Vance) und Sängerin Leti (Jurnee Smollett) begleitet. Das Trio trifft bereits in der ersten Episode auf blutrünstige Geschöpfe aus den Romanen von H.P. Lovecraft, doch schnell zeigt sich, dass auch Menschen zu den Monstern der Serie gehören.

Kampf gegen die Zeit

Das Trio durchquert eine sogenannte Sundown Town in Episode 1 von "Lovecraft Country". Ein Begriff, der in Deutschland nicht sonderlich bekannt ist und auch bei den US-Zuschauern einige Fragen aufgeworfen hat. Ein rassistischer und schwer bewaffneter Polizist hält die Reisenden auf und informiert sie darüber, dass sie mit Konsequenzen zu rechnen haben, wenn sie sich nach Sonnenuntergang noch immer in seinem Bezirk befinden. Für Atticus, George und Leti beginnt eine nervenaufreibende Fahrt, denn ihnen bleiben nur noch wenige Minuten bis die Sonne vom Himmel verschwunden ist. Der Tod ist ihnen dicht auf den Fersen. Was sich wahrhaftig wie ein Teil einer Horrorserie anhört, war lange Zeit bittere Realität. Die sogenannten "Sundown Towns" existierten tatsächlich und noch heute existieren Karten mit Gemeinden, um die People of Color - vor allem aber Afroamerikaner - einen weiten Bogen machen sollten.

Was sind Sundown Towns?

Sundown Towns existierten in ganz Amerika und zeichneten sich als Gemeinschaften aus, die durch und durch weiß waren und mit allen Mitteln dafür sorgten, dass das auch so blieb. Schilder forderten schwarze Bürger auf, sich nach Sonnenuntergang nicht länger in der Stadt oder dem Bezirk aufzuhalten. Wenn Afroamerikaner oder andere People of Color versuchten, in eine der Sundown Towns zu ziehen, mussten sie sich nicht nur Drohungen und Belästigungen aussetzen, sondern auch Gewalt. Im schlimmsten Fall endete der Widerstand gegen die rassistische Vorschrift mit dem Tod. Die Sundown Towns waren bis in die frühen 60er in ganz Amerika verstreut, doch leider sind diese rassistischen Orte kein Relikt aus der dunklen Vergangenheit der Vereinigten Staaten.

Sundown Towns im Jahr 2020

Autorin Morgan Jerkins fühlte sich von der ersten Episode von "Lovecraft Country" inspiriert und forderte schwarze Menschen dazu auf, ihr die Namen von Sundown Towns und Sundown Counties zu nennen, von denen sie wissen oder schon einmal gewarnt wurden. Das Ergebnis hat Jerkins auf einer Karte festgehalten, die mit erschreckend vielen roten Punkten beweist: Sundown Towns existieren auch im Jahr 2020. Jerkins kam nach kurzer Zeit auf 181 Gebiete, in denen Rassisten das Sagen haben. Eine Twitter-Userin berichtet darüber, dass unter anderem in Greenfield (Ohio) noch im Jahr 1997 ein Schild angebracht war, auf dem stand: "Blacks be out by sundown". Dass das Schild schließlich verschwand, sei nur einer Gruppe von Schülern aus dem Nachbarort zu verdanken, die es zerstört hatten.

Die Karte von Morgan Jerkins

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