BoJack Horseman

9 Gründe, wieso ihr “BoJack Horseman” unbedingt sehen solltet

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“BoJack Horseman” bleibt nach wie vor eine der besten Netflix-Serien, über die viel zu wenig Leute sprechen. Ihr kennt die Netflix-Serie noch nicht? Dann haben wir hier neun Gründe für euch, wieso ihr unbedingt einen Blick darauf werfen solltet.

Wer hätte vor ein paar Jahren noch gedacht, dass ausgerechnet ein Zeichentrick-Pferd eines Tages mit viel Ehrlichkeit die Dinge ausspricht, die man in anderen Serien nie zu Ohren bekommt? Die Zeichentrickserie “BoJack Horseman” ist albern, ja. Aber sie besitzt auch viel Tiefe und thematisiert düstere Themen, wie keine andere Show – mal als Satire, mal schmerzhaft ehrlich. Sie ist definitiv eine der besten Serien, die Netflix je produziert hat und trotzdem machen noch viele Serienfans einen großen Bogen um das depressive Pferd. Damit sich das schnell möglich ändert, haben wir neun Gründe gesammelt, die euch hoffentlich dazu bewegen, gleich heute einen Blick auf die 1. Staffel zu werfen.

1. Geniale Tier-Witze

Die Welt, in der “BoJack Horseman” spielt, wird von normalen Menschen und anthropomorphen Tiermenschen belebt. Genau dieser irren Konstellation verdanken wir zahlreiche geniale Wortwitze, die manchmal ganz offensichtlich sind, sich aber auch im Hintergrund abspielen und erst durch einen Rewatch offensichtlich werden. Es gibt beispielsweise eine Szene, in der wir ein Foto von dem Schauspieler Jon Hamm (“Mad Men”) sehen. Nur heißt der im “BoJack”-Universum Jon Ham (Ham = Schinken) und ist in der Serie ein Schwein. In einer anderen Szene sehen wir einen verzweifelten Büro-Mitarbeiter in Gestalt einer Schnecke, der so verzweifelt ist, dass er sich Salz auf den Kopf kippt – was natürlich tödlich für ihn enden wird. Es gibt gefrustete Hausfrauen, die sich im Supermarkt darüber beschweren, dass sie besser die Finger von Schokolade lassen sollten … weil die beiden Hunde sind und es sie wortwörtlich töten könnte! Es lohnt sich in jeder Szene, den Hintergrund ganz genau zu begutachten, wie zum Beispiel das Zimmer von Hollyhock in Staffel 5. Zahlreiche Stars, Musiker, Filme und sogar Bücher wurden für “BoJack Horseman” umgewandelt. So wurde beispielsweise aus dem kanadischen Musiker Mac DeMarco kurzerhand eine Ente namens Quack DeMarco.

Photo Credit: Courtesy of Netflix

2. Witzige Gastauftritte

BoJack war in den 90ern ein Star und ist noch immer in Hollywood (besser gesagt: Hollywoo) ein gefragter Schauspieler, der so manchem Promi über den Weg läuft. Einige davon lernen wir in der Serie kennen, andere tauchen nur in kurzen Cameo-Auftritten auf und wiederum andere ereilt ein tragisches Schicksal. Es gibt sogar Gerüchte, dass Schauspieler, die in der TV-Serie von Tod oder Unglück heimgesucht werden, angeblich eine Zusammenarbeit abgelehnt haben und ihr Zeichentrick-Gegenstück das dann büßen muss (z.B. Andrew Garfield) – aber das ist nur ein Gerücht. Einzige Ausnahme: Jessica Biel. Die bat das Team von “BoJack Horseman” sogar, dass man sich über sie lustig macht und ihr Cartoon-Ich nicht vor irren Aktionen verschont. In der Geschichte von “BoJack Horseman” gab es bereits Gastauftritte von unter anderem Daniel Radcliffe (“Harry Potter”), Naomi Watts (“Gypsy”) und Margo Martindale (“Sneaky Pete”).

Photo Credit: Courtesy of Netflix

3. Man fühlt sich verstanden

Wir gucken sie gerne: diese Serien, in denen Leute, denen wir nicht unähnlicher sein könnten, Dinge passieren, von denen wir nur träumen können. Wir fühlen und fiebern mit den Charakteren mit, aber fühlen wir uns auch verstanden? Ist das, was wir auf dem Bildschirm sehen, ein Fragment aus unserem täglichen Leben? Vielleicht tut es deswegen so gut, die Charaktere von “BoJack Horseman” zu sehen. Denn auch wenn sie mal Pferd, Katze oder Hund sind, durchleben sie Höhe- und Tiefpunkte, die man als Zuschauer aus dem eigenen Alltag kennt und schon einmal erlebt hat. Eine erleichterte Welle von “Das kenne ich!”-Ausrufen ging durch die globale Fangemeinde, als BoJack beispielsweise in der 4. Staffel einen inneren Kampf mit sich selbst geführt hat, als er eine Packung Kekse in einem Rutsch gegessen hat. Er hat lange mit sich gerungen, die Packung nicht zu essen, es dann doch getan und sich gedanklich selbst beschimpft und gehasst, weil er sich nicht unter Kontrolle hat und sich ein richtiges Frühstück gemacht hat. Das sind Momente, die man in TV-Serien mit hübschen, jungen Darstellern selten zu Gesicht bekommen wird, aber die wir alle so schon einmal selbst durchlebt haben.

4. Depressionen werden realistisch dargestellt

Depressionen waren lange Zeit ein Tabu-Thema, das oftmals mit einem harten Stigmata einherging. Erst seit wenigen Jahren wird in der Gesellschaft und in den Medien mit allen Mitteln darum gekämpft, häufiger und offener über psychische Krankheiten zu sprechen. In kaum einer anderen Serie wird unter anderem das Thema Depressionen so realistisch dargestellt, wie in “BoJack Horseman”. Wir erleben einen Star, der die besten Zeiten bereits hinter sich gebracht hat und vollkommen abgestürzt ist. BoJack ist ein gebrochener Mensch. Er spürt eine Leere in sich, die er mit allen Mitteln zu füllen versucht – mit Alkohol, Drogen und Sex oder aber auch mit Film-Projekten und Preisen. Nur um am Ende festzustellen, dass ihm das alles nicht weiterhilft. Dass er danach noch immer unglücklich ist. Er möchte ein besserer Mensch sein und werden, steht sich selbst im Weg, kann seinen negativen Gedanken nicht entkommen und weigert sich doch vehement gegen professionelle Hilfe. “Du sagst, du willst, dass es dir besser geht und weißt nicht wie”, sagt Diane in der 5. Staffel und viele, die mit Depressionen zu kämpfen haben, dürften sich dabei angesprochen fühlen.

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5. Die Serie widmet sich aktuellen Themen

“BoJack Horseman” schneidet immer wieder Themen an, die aktuell in der Gesellschaft diskutiert werden und für hitzige Debatten sorgen. Es wurde bereits ausführlich über Abtreibung gesprochen oder wie sehr die Amerikaner ihre Waffen lieben. In der 5. Staffel schaffte es sogar das “MeToo”-Thema in die Serie. Einmal in Form von dem fiktiven Schauspieler Vance Waggoner, der seine Frau gewürgt hat, Minderjährigen anzüglichen SMS schrieb und seine eigene Tochter beschimpfte und trotzdem ein gefeierter Star war. Damit wollte die Serie zeigen, wie schnell wir berühmten Männern in der Öffentlichkeit verzeihen. Denn die Liste der Stars, denen ähnliche Vorfälle nachgewiesen werden konnten, ist lang und enthält unter anderem die Namen von Johnny Depp, Alec Baldwin und Mel Gibson. Besonders schmerzhaft ist auch die finale Episode der 5. Staffel “BoJack Horseman”, in der ein Opfer von einem Übergriff durch einen Star zu Wort kommt. Viele Kritiker der #MeToo-Bewegung kritisieren, dass Frauen sich oftmals erst Jahre nach Misshandlungen oder Vergewaltigungen zu Wort melden und an die Öffentlichkeit gehen. Im Staffelfinale erklärt eine Frau, wieso sie den Übergriff durch einen Star nicht publik macht: weil sie fürchtet, dass es ihre Karriere zerstört. “Die Menschen kennen mich wegen meiner Schauspielerei. Und das alles wird im Winde verwehen, weil ich nun das Mädchen bin, das [SPOILER] gewürgt hat. Ich will nicht, dass du das Bemerkenswerteste bist, das mir je passiert ist. Ich will nicht in Interviews ständig nach dir gefragt werden, für den Rest meines Lebens. (…) Ich will nur, dass es vorbei ist.”

6. Großartige Dialoge & Sprüche

Wenn man alle genialen Sprüche einer einzigen Staffel “BoJack Horseman” notieren würde, könnte man vermutlich einen Block füllen. Die Serie besticht mit genialen Dialogen und Aussagen, die einen entweder zum Lachen, Nachdenken oder Weinen bringen. Nur weil BoJack der Star der Serie ist, heißt das noch lange nicht, dass die besten Zitate seinen Namen tragen. Wenn man Fans nach Lieblingssprüchen aus der Serie befragt, erhält man vermutlich eine reiche Auswahl an Sätzen, die man am liebsten für immer als Tattoo festhalten möchte (nein, besser nicht!) oder die einem aus der Seele sprechen. “Do you ever get the feeling that to know you more is to love you less?”, fragt beispielsweise Hollyhock in einer Episode der 4. Staffel. Einer dieser Sätze, den man sich perfekt auf einem Hipster-Bild vor einem Stockfoto von einer Frau vorstellen kann, die in den Sonnenuntergang blickt, abgerundet mit dem Sepia-Filter. Scherz beiseite: Diese Bilder sind furchtbar, aber die Sprüche oftmals sehr gut. So wie die Dialoge von “BoJack Horseman”, die dank der Vielfalt so vieler unterschiedlicher Charaktere abwechslungsreich und unterhaltsam sind.

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7. Dreidimensionale Charaktere

Die Figuren, die wir in den vergangenen fünf Staffeln “BoJack Horseman” kennengelernt haben, sind keine oberflächlichen Konstrukte. Charaktere wie BoJack, Diane und selbst der stets positiv gestimmte Mr. Peanutbutter besitzen Tiefe. Dazu zählt auch Princess Carolyn, die wir in der 1. Staffel als waschechten Workaholic kennen. Ihre Karriere scheint ihr besonders wichtig zu sein. Erst nach und nach erfahren wir, dass das nicht zwingend die Wahrheit ist. Princess Carolyn sehnt sich in Wahrheit nach einer Familie und nach Liebe, die sie selbst als Kind nie gekannt hat. Sie wuchs bei einer alkoholabhängigen Mutter auf und nahm einige Opfer auf sich, um diese zu unterstützen, bevor sie endlich eigenen Träumen nachjagen konnte. Es sind Charaktere mit guten Seiten, aber auch mit Schattenseiten. Selbst bei BoJack weiß man nie, ob man ihn für seine Handlungen nun hassen oder Mitleid mit ihm haben soll, weil man weiß, wieso er zu diesem Menschen geworden ist. Die “BoJack Horseman”-Protagonisten sind nicht perfekt. Wir sehen, wie sie sich von Staffel zu Staffel weiterentwickeln und genau das macht es so spannend.

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8. Repräsentation für eine kleine Minderheit

Die Zeiten, in denen das Fernsehen nur von heteronormativen Charakteren besiedelt sind, sind vorbei – zum Glück. Das ist auch in “BoJack Horseman” nicht anders. Für Begeisterung sorgte aber vor allem das Outing von Todd Chavez, dem besten Freund von BoJack. Nachdem er in der 3. Staffel bereits eine erste Vermutung zu seiner sexuellen Orientierung hatte, outete er sich in der 4. Staffel offiziell als asexuell. Es ist jedoch kein nebenbei erwähnter Fakt, den man nur eingestreut hat, um auf dem Papier für mehr Diversität zu sorgen. Todds Asexualität ist auch in der 5. Staffel noch immer ein Thema, als Todd seine Beziehung zu der ebenfalls asexuellen Yolanda vertieft und bringt dem Zuschauer damit eine sexuelle Orientierung näher, die bisher kaum Repräsentation in TV-Serien oder Filmen erhalten hat. Einige Serien (u.a. “Sherlock” und “The Big Bang Theory”) deuteten asexuelle Hauptcharaktere an, machten aber dann doch einen Rückzieher. Umso freudiger wurde Todds Outing von den “BoJack”-Fans aufgenommen und mit Lob überschüttet.

9. Großartiger Cast

Wir bekommen sie zwar nie zu Gesicht, doch die Serie glänzt mit einem großartigen Cast, angeführt von Will Arnett (“Riviera”, “Arrested Development”), der BoJack seine Stimme leiht. Neben Hauptdarstellern wie Alison Brie (“GLOW”, “Community”) als Diane und Aaron Paul (“Breaking Bad”) als Todd, glänzt die Serie auch mit zahlreichen prominenten Gastsprechern. Alleine in der 5. Staffel freuten sich die Fans unter anderem über Stephanie Beatriz (“Brooklyn Nine-Nine”), Rami Malek (“Mr. Robot”), Whoopie Goldberg (“Instinct”), Issa Rae (“Insecure”), Eva Longoria (“Desperate Housewives”), Bobby Cannavale (“Will & Grave”) und Angela Bassett (“9-1-1”, “Black Panther”).

Vom Land in die Stadt: Geboren in einer kleinen Stadt im Bayerischen Wald, hat es Julia dank des Studiums der Sozialwissenschaften nach Augsburg verschlagen. Seitdem lernt sie leidenschaftlich gerne neue Serien kennen und sucht sich immer die tragischsten OTPs aus.

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